Lohnt sich Carsharing?

Ein eigenes Auto ist häufig sehr teuer. Carsharing ist unter Umständen finanziell günstiger. 

Frage: „Wann lohnt sich Carsharing für mich?“

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: „Viele Deutsche unterschätzen die Kosten eines eigenen Autos um mehrere hundert Euro im Monat, wie zuletzt eine Studie ergeben hat, an der unter anderem das Leibniz Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) beteiligt war. Die Wissenschaftler schätzen, dass bei besserer Kostentransparenz viele Pkw-Besitzer auf ein eigenes Auto verzichten würden. Es könnte sich also lohnen, sich einmal generell zu vergegenwärtigen, was man im Monat für die eigene Automobilität ausgibt – inklusive Wertverlust, Wartung und Parkplatzkosten. 

Anschließend lässt sich das Ergebnis mit den Kosten für Carsharing vergleichen. Bei der Kurzzeitmiete eines Autos gibt es -vereinfacht erklärt – drei verschiedene Modelle. Am flexibelsten, aber auch relativ teuer sind die sogenannten Free-Floating-Anbieter, deren Fahrzeuge im gesamten Stadtgebiet verteilt stehen. Sie bieten sich vor allem für Fahrten über geringe Distanzen und mit kurzer Nutzungsdauer an, etwa als Ersatz für das Taxi zum abendlichen Theaterbesuch. Wer das Fahrzeug länger benötigt, etwa für den Wochenendeinkauf oder einen Besuch in der Nachbarstadt, fährt mit stationsbasierten Diensten in der Regel günstiger, muss das Auto dann aber nach der Nutzung wieder am Ausgangsort abstellen. Soll es auf einen Wochenendtrip gehen, nutzt man am besten einen Vermittlungsdienst für Privatautos. Allerdings ist die Verfügbarkeit nicht immer gegeben, vor allem an sonnigen Frühlingswochenenden könnten schicke Autos knapp werden. In den vergangenen Monaten ist auch eine weitere interessante Alternative aufgekommen: das Auto-Abo, eine Art Kurzzeit-Leasing mit vollem Service. Die Laufzeit beträgt bei einigen Anbietern nur einen Monat – ideal als Mietwagen-Alternative für die Fahrt in den Sommerurlaub. 

Carsharing und Co. können natürlich nur dort eine Alternative sein, wo entsprechende Angebote zur Verfügung stehen. In der Regel ist das die Stadt, meist sogar nur die Großstadt. Außerdem spielen weitere Überlegungen eine Rolle: Nicht zuletzt die, ob die angebotenen Fahrzeuge überhaupt zu den persönlichen Anforderungen passen. Denn in der Regel stehen eher kleinere Modelle, selten siebensitzige Familien-Vans zur Wahl. Und: Ein eigenes Auto kann durchaus auch emotionale Werte haben, die ein gesichtsloses Sharing-Mobil nicht bietet.“

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